Köhler & Meiler

"Ohne Bier und Brandwein kann der Teufel Köhler sein"

#

Meiler, es fehlt die Krone
Meiler, es fehlt noch die Krone


Und das sagn halt die Leut:

"Schauts die Kohlebauern an, I mein,

dass der Teufel net schwärzer sein kann !"

der rauchende und dampfende Meiler der Meiler arbeitet

der Meiler wird geerntet

der Meiler wird geerntet




Im Oberharz wurde im Zeitraum von ca. 900 n.Chr. bis 1990 Erzbergbau betrieben und das Erz verhüttet. Um das Metall aus dem Erz zu gewinnen benötigte man anfangs Temperaturen von 1200 - 1300 °C, die Holzfeuer nicht leisten kann. Statt dessen nutzte man zunächst Holzkohle.

 

Holzkohle

Die Holzkohle wird in einem Meiler durch verglühen von geschichtetem (Buchen-)Holz gewonnen.
Die ca. 1m langen Holzscheite werden mehrschichtig und mehretagig um den Quandel – das zentrale Holzgestell - zu einem Kegel auf gestellt. Die oberste Etage wird als Krone vollendet. Der Qandel besteht aus 3 oder 4 senkrecht stehenden Holzpfählen und dient einerseits dem sichern Aufbau, als auch als Schacht. Der Holzkegel wird nach außen hin zunächst mit Grassoden, Stroh oder Tannenzweigen und darüber mit Erde luftdicht abgeschlossen.  
Der Meiler hat schließlich seine charakteristische Größe von 3m Höhe und 10m Durchmesser.

Mit dem Köhlerspruch "Ohne Bier und Brandwein kann der Teufel Köhler sein" wird der Meiler entzündet. Je nach Bauart wird Glut in den Schacht des Quandels geschüttet oder eine Zündstange in bodennähe, seitlich durch den Zündkanal in die Mitte geschoben.
Der Köhler steuert in den nächsten Tagen mit seitlichen Luftlöchern die Verschwefelung bei 300°C bis 350°C. Einerseits darf die Glut nicht ersticken, andererseits besteht die Gefahr des Abbrandes. Der Meiler entwickelt bald Wärme, so dass der Erdkegel ca. 7 Tage lang raucht, dampft und dabei langsam schrumpft.
Die Ernte der Kohle wird mit dem Schlagen der Hillebille angekündigt. Der Meiler wird langsam mit Wasser abgekühlt, segmentweise abgetragen und die Kohle von der Erde getrennt gesammelt.

Nach einer geglückten Arbeit lässt sich selbst das verkohlte Stroh noch erkennen.

 

Die ca. 10m Durchmesser betragenden Köhlerplätze und -hütten wurden windegeschützt auf möglichst trockenen und erdigem Untergrund und in der Nähe von Wasser weit aufgebaut.
Sie lagen imHarz weit verstreut und immer sehr nahe der aktuellen Holzgewinnung. Damit war nicht mehr der Holztransport nötig, sondern nur noch die leichte Kohle zu den Hütten zu transportieren. Das Gewichtsverhältnis von Holz zu Kohle wird von 1/3 bis 1/7 angegeben; die Schwankungen ergeben sich in Abhängigkeit der Holzart und deren Anfangsfeute.
Der Holzbedarf wuchs ständig. So benötigt man für die Gewinnung von
- 1kg Eisen 4kg Holzkohle bzw. 20kg Holz
- 1kg Silber 35kg Holzkohle bzw. 175kg Holz.
Zum Ausschmieden des Eisens werden weitere 25kg Kohle, also 125kg Holz benötigt.

Wegen der hierfür benötigten großen Holzmengen und dem für den Grubenbau verbrauchte Holz, stand der Harz um 1700 kurz vor dem vollständigen Kahlschlag. Entsprechend war eine gängige Redensart im 17. und 18. Jahrhundert: "Im Harz steht unter Tage mehr Holz als über Tag."
Ausserdem lieferte der Wald auch Bau und Brennholz für die Bevölkerung.

Die rechtzeitige Wiederauffortung mit den schnell wachsenden Fichten ist J.G. von Langen zu verdanken. Er empfahl 1755 erstmalig eine nachhaltige Forstwirtschaft.

 

In Braunlage finden alljährlich die Köhlertage statt. Über einen Zeitraum von 14 Tage wird ein Meiler aufgestellt und rund 20 Raummeter Holz verkohlt.  Der Köhler Horst Böttger und sein Sohn Stephan kommen aus Königerode bei Harzgerode.

 


Rennfeuerhütten

Während der Waldschmiedezeit  ( 1050-1350; Hochmittelalter 1000-1250; Ottonen, Salier, Staufer )  wurde das Erz in Rennfeuerhütten – kleiner, 1m hoher Lehmofen über einer 1m² große Erdkuhle -  verhüttet.  Das Gemisch aus Erz und Holzhohle (1 zu 3) wurde  bei ca. 1100 °C über 24 Std. zur breiigen Rohluppe geschmolzen, die dann aus dem Muldenherd gezogen und mit Wasser abgeschreckt wurde.  Das Metall wurde schließlich mühsam mit Hämmern von der Schlacke befreit, so dass es im Schmiedefeuer weiterverarbeitet werden konnte.
Zunächst lagen die Hütten den Westhängen, um mit den Aufwinde das Feuer anzufachen,  im 13Jh. zogen sie in die Täler, da jetzt Blasebälge mit Wasserkraft angetrieben wurden.
Der Begriff „Rennfeuer“ leitet sich vom „Rennen“  (Rinnen lassen) oder „Zerrennen“ (Verflüssigen) her.


Die „Hochwaldkelten“ zeigen den Bau eines Rennofens und die Schmelze in Bildern.

Nicht zu verachten sind immer noch die Sachgeschichten der „Maus.

Heutzutage wird der Hochhofen  mit 2000°C betrieben. Das Roheisen und die Schlacke verlassen den Ofen mit 14000°C. Zusatzstoffe wir Kalk, Dolomit und Kies verringern den Schmelpunkt von 1535°C auf 1450°C.


------------------------------.

Weitere Links zu Meilern und Rennöfen :

Und zuletzt :
"Im Harz etwa stießen Christoph Bartels vom Bochumer Bergbaumuseum und sein niedersächsischer Kollege Lothar Klappauf auf Spuren germanischer Metallarbeiter; ..."

#-#