Oderteich

Torfhaus - Clausthaler-Flutgraben

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Oderteich

Oderteich, der höchst gelegene Stausee


Rundwanderung

  • Dauer ca. 5 Std.
  • Weglänge ca. 13 km
  • Höhendifferenz 100m
  • Weg: überwiegend Waldweg, streckenweise sehr feucht
  • Einkehrmöglichkeit : Torfhaus
  • Fernsicht vom Torfhaus zum Brocken


Märchenweg

am Märchenweg


Route

  • Oderteich-Südparkplatz
  • Oderteich-Westufer
  • Märchenweg
  • Torfhaus
  • Clausthaler-Flutgraben
  • Oderteich-Ostufer


Zu den höchstgelegenen Harzer Gräben

 

Von den Harzer Grabensystem, dem "Oberharzer Wasserregal", haben Sie sicherlich schon gehört.

 

Aber wo befindet sich der Ursprung des Systems, wo beginnt es und existiert nur ein einziges?

Abgesehen von sehr lokalen unvernetzten Gräben, versorgte das große Netz zunächst die Gruben im Raum um Clausthal-Zellerfeld und die nachfolgenden zum Harzrand hin und das verhältnismäßig kleine versorgte die Gruben um St. Andreasberg.

Wenn als Ursprung eines Systems, das jeweils höchst gelegenen künstlichen Wasserbauwerk angenommen werden soll, dann beginnt die Wanderung um Ursprung des kleinen Systems. Der Parkplatz am Südende des Oderteiches an der B424 ist unser Ausgang und Endpunkt.

Wir gehen zunächst auf den Damm des Stausees, zum so genannten Striegelhaus. Ja, Sie haben richtig gelesen, der Oderteich ist ein Stausee. Dieser älteste Stausee Europas wurde zwischen 1715 und 1722 angelegt, um die Gruben um St. Andreasberg auch über eine 3-monatige Trockenzeit mit Wasserkraft versorgen zu können. Das Striegel, vor dessen Haus wir hier stehen, ist der Wasserhahn, der den Rehberger Graben mit der benötigten Wassermenge versorgt.

Von hier aus können wir sehr gut das linke mit dem rechten Ufer vergleichen. Bei normalem Wasserstand säumen rechts reicht große Granitfelsen das Ufer. Links befindet sich ein weiter, felsarmer, anscheinend sandiger Strandabschnitt. Auf den fehlenden Felsen stehen wir. Sie wurden für den Bau des Dammes verwendet. Der Sand ist grober Granitgrus. Wenn wir dort gleich entlang gehen, können wir die verwitterten Granit genauer betrachten.

 

Doch zunächst drehen wir uns um und schauen zur Trockenseite der Staumauer. Niedriges Gehölz versperrt unsere Aussicht auf das vor uns liegende das Tal der Oder, die sich sehr schnell tief einschneidet. Der linke Hang wird mit zunehmender Entfernung steigt steiler, bis er zur Hanenkleeklippe wird. Der rechte Hang gehört zum Rehbergmasiv, an dem sich der gleichnamige Graben bis nach St. Andreasberg schlängelt. Die beiden Wege, entlang des Grabens bzw. entlang der Oder, sind ebenfalls empfehlenswert. Heute wenden wir uns jedoch in die entgegengesetzte Richtung.

Wir gehen auf dem Damm zurück und dann am Westufer des Sees über den Granitsand, bis uns nach ca. 200m ein Naturparkschild in den Wald weist. Bei niedrigem Wasserstand verpasst man möglicherweise den Hinweis. Abgesehen vom Naturschutz, sollte man dem Schild folgen, denn zwischen dem Ufer und dem Wanderweg wird es sehr sumpfig.

Obwohl der Weg befestigt ist, ist man immer wieder genötigt, über nasse Bereiche zu gehen. Teilweise ist der Weg mit massiven Bohlen ausgelegt. Am Nordende überqueren wir auf einer kleinen Brücke einen Zufluss in den Märchenweg. Es ist jedoch nicht die Oder, sie fließt an der Ostseite auf halber Höhe in den See.

Bis hier sind wir auf einer Höhenlinie gewandert. Der Waldpfad, der uns kurzweilig durch einen niedrigen, feuchten Fichtenwald führt, steigt unmerklich um 100m an. Der Weg steht an vielen Stellen selber unter Wasser. Kurz bevor wir Torfhaus erreichen befinden wir uns in einem trockenen hochstämmigen Fichtenwald. Wir überqueren die Bundesstrasse (B4) und befinden uns schnell am Abbegraben, dem zweit höchst gelegenen Graben (800m üNN). Sein vom vom Brockenmoor kommende Wasser fließt durch Tunnel und über Dämme bis nach Clausthal-Zellerfeld. Unser Weg am Abbegraben ist nur kurz, denn wir wollen weiter, zu den nahe gelegenen Gaststätten. Hier biete sich der freie Blick zum nahen Brocken.

Von hier beginnen viele Wanderungen auf den nahe gelegenen Brocken. Seine Kuppe ist oft, der Statistik zufolge an 330 Tagen im Jahr, in Wolken verhüllt.

 

Stichwort: Torfhaus, höchste Siedlung im Harz 800m üNN, Hochmoor, Brocken, Nationalpark

 

Wir setzen den Weg fort, überqueren die B4 an der Einmündung der L504 und folgen ihr auf dem parallel führenden Weg in Richtung Altenau bis auf den nahen Parkplatz. An seinem Ende biegen wir kurz nach rechts in den Wald um gleich wieder nach links in den Magdeburger Weg in Richtung Wolfswarte weiterzugehen. Der am Hang entlang laufende Waldweg führt mit Brücken und Stegen über viele Bäche und nassen Untergrund. Wenn wir der Beschilderung folgen, überqueren wir nach ca. 1km die parallel zu uns verlaufende L504 und stoßen direkt auf die Wegkreuzung am Clausthaler-Flutgraben. Er ist bei 850m üNN der höchstgelegene „Quellgraben“ des großen Grabensystems.

Gerade aus kämen wir zur Wolfswarte, nach rechts zunächst entlang dem Graben nach Altenau. Wir gehen nach links Graben aufwärts.

Er führt i.d.R. Wasser, das er aus dem östlichen Bereich des Bruchbergs bezieht. Er beginnt im Quellbereich der Sieber.

Wir kommen durch lichten Fichtenwald, gehen an freien Hängen vorbei, vorbei an abgestorbenen Waldflächen, die im Nebel die Fantasie spielen lassen und erreichen schließlich den Fehlschlag „Sonnenkappe“. Hier macht der stetig in einer leichten Rechtskurve verlaufende Graben plötzlich einen Linksknick.

Wir verweilen hier eine Weile und betrachten den Fehlschlag.

 

Stichwort: Fehlschlag, Drecksumpf, Grabenabdeckung

 

Anschließend gehen wir ca. 100m zurück und biegen dann talwärts ab. Der offensichtlich kaum befahrene Forstweg, führt uns vorbei an einem Granitaufschluß bis zur uns bekannten Nordspitze des Oderteiches.

 

Stichwort: Granit

 

Wir gehen an unserer Brücke, die zum Märchenweg führt vorbei, und überqueren in 50m den Zulauf, um auf die Ostseite des Teiches zu gelangen. Der Weg führt in weiten Abschnitten über Stege und die Brücke über die Oder. Wir sind auch hier umgeben von nassem sumpfigen Untergrund. Es lohnt sich zu verweilen und wenn möglich dem Sonnenuntergang zu genießen.

Bevor wir den Damm erreichen kommen wir an steinernen Eisbrechern vorbei, die die Ausflut (Überlauf des Sees) vor dem Verkeilen und Schließen durch Eisschollen verhindern sollen.

 

Falls der Wasser durch die Ausflut strömt, lohnt sich der kurzer Abstecher über die Straße, über die kleine Holzbrücke ins Tal zu gehen. Dort rauscht dann ein Wasserfall ins alte Oderbett.

 

 

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