Sorge

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Höhe 486 m ü.NN
Einwohner ca. 100
Landkreis Harz



  • am Hochharz
  • Bahnhof der HSB
  • Ring der Erinnerung
  • Grenzmuseum

HSB [MO]


Lage/Karte



„Zwischen Elend und Sorge“ war zur DDR-Zeit die Antwort des Scherzes: „Wo ist der Sozialismus zu Haus?“

Der Name des Ortes Sorge stammt vom mittelhochdeutschen „Zarge“ und bedeutet Grenze. Während der DDR-Zeit machte der Ort seinem Namen zur traurigen Realität. Wenige Meter vom Ort verlief die innerdeutsche Grenze. Relikte der Sperranlage sind als Grenzmuseum erhalten geblieben : ein Stück Zaun mit Tor und einem Wachturm. Rolf Tronnier, der zur Wende Bürgermeister war, verhinderte die Demontage des Turmes mit Hilfe einer Kiste Bier. Seiner Aussage zufolge ist hier das einzige original erhaltene Stück Grenzanlage im Harz.

 

Der Ort lag damals im Sperrgebiet.

„– obwohl die Regularien »nicht zu vergleichen waren mit den Zuständen in anderen Dörfern«, sagt Tronnier: »Hier war immer Betrieb.« Zwar hatten junge Menschen ein Problem, wenn sie sich in den Bewohner eines Nachbarortes verliebt hatten: Einen Passierschein für Hausbesuche gab es erst nach der Verlobung. Aber im »Haus Sorgenfrei«, einem Ferienheim des FDGB, wechselten ebenso alle zwei Wochen die Feriengäste wie in einem Kurheim der NVA. Auch viele Privatleute im Ort stellten Zimmer bereit. »In jedem Durchgang kamen 60 Gäste«, sagt Tronnier, »und das von Januar bis Dezember.«“ [Neues Deutschland, 27. 1.2009 ]

 

"Ring der Erinnerung"

Das Landschaftskunstwerk "Ring der Erinnerung" wurde 1992 von Herman Prignann ( verstorben am 16.12.08 ) geschaffen. Im ehemaligen Grenzstreifen wurde aus Totholz ein ca. 50m durchmessender Wall errichtet, der aus jeder Himmelsrichtung einen Zugang lässt. In der Mitte befindet sich der "Terrastein".
Der tote Wall ergrünt im laufe der Zeit mit neuem Leben. Er selbst dient den ihn überwuchernden Pflanzen als Nahrung.

 

 

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